Pseudokrupp – was tun bei einem Krupp Anfall?

30 December 2011 4 Comments by Ramona, Babyzentrale

Ich habe es ja schon in meinem Erfahrungsbericht versprochen, dass ich vorhabe eine kleine Liste zu erstellen.
Was ist ein Pseudokrupp-Anfall?
Woran erkenne ich ihn?
Was sind die ersten Maßnahmen, die ich treffen kann, wenn es mein Kind trifft?

Ich habe mich in den letzten Tagen versucht schlau zu machen und die wichtigsten Informationen zusammen zu tragen, als kleine Informationsseite für alle interessierten oder betroffenen Eltern.




Was ist ein Krupp-Anfall?

Der Krupp-Anfall (man sagt auch Pseudokrupp oder das Krupp-Syndrom) tritt meistens bei Kindern im Alter von 6 Monaten bis 6 Jahren auf. In Deutschland erkranken ca. 10-15% aller Kinder zumindest einmal in ihrem Leben an Krupp.
In den meisten Fällen geht einem Krupp-Anfall eine Infektion voraus. Eine Erkältung mit Husten und Schnupfen oder ähnliches. Bei Kindern sind die Schleimhäute in der Luftröhre und im Kehlkopf noch sehr empfindlich und entzünden sich schnell. Durch diese Entzündung werden die Atemwege verengt und es kommt zu dem typischen bellenden Husten, zu Heiserkeit und zu einer ziehenden, manchmal auch pfeifenden Einatmung.
Meistens kommt es in den Nachtstunden zu so einem plötzlichen Anfall.
Kühle Tage im Herbst oder Winter sind solche, wo man am ehesten mit einem Krupp-Anfall rechnen kann.

Was muss ich tun, wenn mein Kind einen Krupp-Anfall hat?

Das wichtigste ist: Ruhe bewahren! Auch wenn es schwer fällt. Das Kind merkt, dass etwas nicht in Ordnung ist, es bekommt kaum Luft, kann nicht einatmen. Das alleine ist schon eine sehr bedrohliche Situation für das Kind, wenn die Eltern dann auch noch ausflippen, entspannt das die Situation gar nicht.
Also versuche so ruhig wie möglich zu bleiben. Nimm Den Kind auf den Arm und beruhige es. Gehe mit ihm auf den Balkon oder öffne ein Fenster und stelle Dich mit dem Kind an das geöffnete Fenster. Die frische, kalte und klare Luft bewirkt, dass die Schwellung zurückgeht und das Kind wieder besser Luft bekommt. Es kann auch helfen, die Kühlschranktür zu öffnen und das Kind die ausströmende kalte Luft einatmen zu lassen.
Wenn es der erste Krupp-Anfall Deines Kindes ist, solltest Du unbedingt einen Arzt aufsuchen. Achte darauf, dass das Kind beim Transport aufrecht sitzt, so kann es besser Luft bekommen. Wenn Du das Gefühl hast, dass Dein Kind unter akuter Atemnot leidet, die Hautfarbe bläulich wirkt, dann solltest Du einen Rettungswagen rufen und auf den Eigentransport verzichten.

Welche Medikamente kann man bei einem Krupp-Anfall einsetzen?

Wenn es der erste Krupp-Anfall Deines Kindes ist, hast Du keine Medikamente zu Hause. Wenn Du beim Arzt ankommst, wird dieser Deinem Kind ein cortisonhaltiges Präparat verabreichen. Dies geschieht meist in Form eines Zäpfchens oder auch als Saft.
Cortison bewirkt, dass die entzündungsbedingte Schwellung der Luftröhre und des Kehlkopfes zurückgeht und das Kind wieder leichter atmen kann.
Die Wirkung hält ca. 16-36 Stunden an.
Oft wird, zusätzlich zur Cortisongabe, auch noch Epinephrin (das ist eine Form des Adrenalins) verordnet. Dieses wird mit einem Inhalationsgerät vernebelt, das Kind muss es einatmen und dadurch gelangt das Epinephrin direkt an den Kehlkopf, wo es auch abschwellend wirkt. Hier setzt die Wirkung schneller ein, als beim Cortison, hält aber auch nicht so lange an.

Ist ein Krupp-Anfall eine einmalige Sache?

Nicht unbedingt. Leider kann man das nicht sagen. Ein Kind, das einmal an Krupp erkrankt ist, kann dies immer wieder tun. Es kann aber auch sein, dass es nie wieder passiert. In jedem Fall sollte man nach einem Anfall immer gut vorbereitet sein, falls es doch noch einmal passieren sollte. Wir haben jetzt immer ein Cortisonzäpfchen im Kühlschrank. Weitere Dinge, die Du beachten solltest um einem Krupp-Anfall vorzubeugen, kannst Du unter dem nächsten Punkt lesen.

Vorbeugende Maßnahmen um einen Krupp-Anfall zu vermeiden:

  • für nicht zu trockene Luft im Kinderzimmer sorgen (vor allem wichtig im Winter, wenn eingeheizt wird). Die optimale Luftfeuchtigkeit im Zimmer sollte zwischen 40 und 60 Prozent betragen. Dies lässt sich gut mit einem Hygrometer feststellen.
  • Schimmelbildung sollte jedoch vermieden werden. Zu feuchte Luft und Möbel, die eventuell falsch gestellt sind, können die Schimmelbilung fördern.
  • Vor dem Schlafengehen den Raum einmal kräftig durchlüften (1-2 Minuten die Fenster komplett öffnen)
  • Vermeide es vor Deinen Kindern, bzw. in Räumen, in denen sich Deine Kinder aufhalten, zu rauchen. Zigarettenrauch begünstigt das Auftreten eines Krupp-Anfalls.
  • Ausgewogene und vitaminreiche Ernährung stärkt das Immunsystem und bewirkt somit auch, dass das Kind nicht so schnell erkrankt, senkt also somit auch das Risiko eines neuerlichen Anfalls.

Nützliche Linktipps zum Thema:


4 Comments

  1. Janine
    965 Tage ago

    wenn das kind einen krupp anfall hat sollte man das fenster öffnen die kalte luft hilft dem kind wieder zu atmen am besten macht man das im bad und dreht dan noch das heiße wasser auf der dampf und die kalte luft helfen erstmal.
    danach anziehen und zum dr

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  2. Die 3 Waden
    955 Tage ago

    Vielen lieben Dank für den tollen Bericht. Hoffen wir mal, dass Noah verschon bleibt.

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  3. Tine
    937 Tage ago

    Hallo!
    Meist ist die Gabe von Kortisonpräparaten nicht nötig, oft vergeht der Anfall schnell, wenn man das Kind beruhigen kann und kalte, feuchte Luft zuführt.

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    • Ramona
      937 Tage ago

      Ja, das ist richtig und das habe ich ja auch so in dem Beitrag drin stehen. Wenn man aber mal ins KH muss, weil das Kind einfach kaum Luft bekommt und die Lippen blau anlaufen, bzw. das Kind schlapp wird, dann wird man Kortison verabreicht bekommen.

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