Monster Kurzgeschichte – von Sabrina P.
Die anderen Kinder im Kindergarten sind nett. Die meisten sogar richtig lustig. Ich würde nicht sagen, dass ich sie nicht mag. Es ist mehr eine Art Selbstschutz, ein gesunder Abstand. Ich bin anders als sie. Aber die würden das wohl nicht verstehen. Deswegen ist es einfacher, ihnen die Geschichte zu erzählen. Kleine Kinder haben Angst vor Monstern. Und sie haben eine rege Fantasie. Sie glauben fast alles…
Ich erzähle ihnen von meinem Monster. Es lebt in meinem Zimmer. Wir verstehen uns ganz gut, da es ja mein Haustier und Untermieter ist. Das Problem ist nur, dass es Fremde nicht so mag. „Mein Haustier beißt, es frisst nicht aus der Hand.“ Sage ich immer am Anfang. Dann fragen immer alle mit großen Augen: “Was hast du denn für ein Haustier?“ und langsam sammeln sie sich um mich herum im Kreis um meine Geschichte z hören. „Also, denkt euch ein großes Tier nur denkt es euch noch schlimmer. So groß und hässlich ist es. Sein Atem brennt, sein Blick ist tot und kalt. Es ist blind und trampelt alles nieder.“ Schon nach diesen wenigen Sätzen blicke ich in Gesichter voller Angst und Schrecken. Ich grinse verschwörerisch bevor ich fort fahre „Es hat scharfe Krallen und große Zähne. Wenn es hungrig ist, erschüttert ein grollen mein Zimmer. Dann renne ich immer zu Mama und hole Frischfleisch. Wenn es jetzt hier wäre, könnte es eure Angst riechen. Es ist gut trainiert, aber so ein Monster ist einfach unberechenbar…“ Münder weiten sich, der ein oder andere weint schon. „Ein Monster?!“ Ungläubige Blicke. „Ja, ein Monster. Mein Monster!“ An diesem Punkt kommen meist die Erzieherinnen und ziehen mich weg. Ich würde den andere Angst machen, sagen sie, und warum ich so schwierig wäre. Doch ich grinse nur. Zu mir kommt nie jemand heim und spielen tun sie mit mir auch nicht. Es ist wieder Zeit, den Kindergarten zu wechseln. Sie fürchten mich hier nun schon alle. Zeit, für neue Zuhörer…
